WINDMÜHLE TRIFFT WIRKLICHKEIT

WINDMÜHLE TRIFFT WIRKLICHKEIT
WINDMÜHLE TRIFFT WIRKLICHKEIT
Für eine moderne Industriepolitik
124 Seiten
12 x 18 cm
Preis 10,00 €
ISBN 978-3-86602-144-0

Der industriefernen Euphorie der New Economy folgte Ernüchterung. Die Industrie steht wieder hoch im Kurs. Moderne Industriepolitik wird inspiriert durch Windräder. Sie stehen für saubere Energie, Klimaschutz und kontinuierliche technische Innovation – aber auch für industrielle Fertigung, ohne die Windräder nicht produziert werden können. Das Internet trägt zu beschleunigtem, industriellem Wandel bei.

Garrelt Duin und Sascha Vogt vertreten eine moderne Industriepolitik bei unterschiedlichen Akzenten. Duin fordert eine Politik mit viel unternehmerischer Freiheit. Sie verknüpft Forschung, Entwicklung und Produktion zu einer starken Wertschöpfungskette vor Ort. Vogt plädiert für einen Staat, der handelt, um das Erwirtschaftete gleichmäßig zu verteilen und einen ökologischen und demokratischen Umbau zu organisieren. Für beide bleibt die Industrie aufgefordert, gute Arbeit zu bieten.

Pressestimmen

Wie soll/kann/müsste eine moderne Industriepolitik in Zukunft aussehen? Dieser Frage gehen die beiden SPD-Politiker Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk in Nordrhein-Westfalen und zuvor Sprecher des „Seeheimer Kreises“, und Sascha Vogt, Bundesvorsitzender der Jungsozialisten (Jusos) und zum Forum demokratische Linke DL-21 zählend, aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Duin plädiert für eine Politik der „unternehmerischen Freiheit“ (7), einer Verknüpfung von Forschung, Entwicklung und Produktion zu einer starken Wertschöpfungskette. Exemplarisch hierfür listet er in ein- bis zweiseitigen Kapitelchen sogenannte Sofortmaßnahmen unter Schlagworten wie beispielsweise „Bürokratie runter – Mittelstand rauf“, „Wohlstand und Wachstum – Arbeit aufwerten“, „Hemmnisse beseitigen – Fachkräfte ausbilden“ auf. Die schönen Ideen verbleiben leider auf dem Niveau von Allgemeinplätzen, deren realistische Einschätzung der Autor schuldig bleibt. Sascha Vogt plädiert hingegen für ein Handeln der Politik nach Vorgaben. Er geht dabei von einer Analyse der Sachzwänge aus, die sich etwa aus dem demografischen Wandel (älter werdende Bevölkerung) und den ökologischen Herausforderungen ergeben, diskutiert bisherige Entwicklungen, grenzt zwischen den Begriffen Fortschritt und Blockade differenziert ab und entwickelt anschließend, zwischen konservativer Unternehmensfreundlichkeit und deren Ablehnung abwägend, „fünf Thesen für den gesellschaftlichen Fortschritt“ (97). In klarer Sprache wird hier durch eine saubere Vorgehensweise eine logisch nachvollziehbare Argumentation überzeugend entwickelt. Duins und Vogts inhaltliche Unterschiede machen sich also vor allem qualitativ bemerkbar. Zugleich zeigt sich, dass innerhalb der SPD viele Übereinstimmungen existieren, die man schon verloren glaubte bzw. derer man sich kaum noch entsinnen konnte.

PW-Portal, 07.02.2013, Sandra Schaub, 01.03.2013