DIE SPD UND DIE LINKE

DIE SPD UND DIE LINKE
DIE SPD UND DIE LINKE
Einsichten aus West und Ost
112 Seiten
Broschur, 12 x 18 cm
Preis 10, 00 €
ISBN 978-3-86602-043-6

Seit 20 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Über den Umgang mit der früheren PDS, die heute Die Linke heißt, wird nach wie vor heftig und emotional gestritten. Welche Emotionen es in West und Ost sind, dem gehen die Autoren nach.

Egon Bahr zeigt die langen Linien der Geschichte auf. Es ist die westliche Sicht über die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der Ostzone bis hin zur Periode, in der die Grünen nach den Ländern auch im Bund politische Verantwortung übernahmen. Sein Fazit: Die Linke wird im Bund erst koalitionsfähig, wenn sie auch die außenpolitischen Realitäten anerkennt. Reinhard Höppner versuchte schon 1994 das scheinbar Unmögliche und führte als Ministerpräsident acht Jahre eine von der PDS geduldete Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt. Er beschreibt seine Einsichten aus diesen Erfahrungen und macht sie fruchtbar für heutige Debatten.

Gemeinsam formulieren sie Wünsche an ihre Partei. Sie sind sich sicher: Die SPD kann sich selbstbewusst und ohne Berührungsängste den Hausforderungen der Zukunft stellen. Willy Brandts Vision einer „Mehrheit links von der Mitte“ ist möglich.

Pressestimmen

... Er (Höppner) erklärt, der Beschluss nach der Wiedervereinigung keine SED-Mitglieder in die SPD aufzunehmen, sei nicht klug gewesen. Gute und Böse seien nicht so einfach und so pauschal zu unterscheiden.

Auch Willy Brandt habe das als Niederlage empfunden, ergänzte Egon Bahr. Denn bis heute mache die Aufarbeitung die innerdeutsche Versöhnung unmöglich: „Die Erkenntnisse werden für die innenpolitische Auseinandersetzung genutzt, so werden wir nie eine innere Einheit haben.“ Er hoffe, dass wir uns nicht darin verfangen, die Aufarbeitung fortzusetzen, bis der letzte Stasi-Angestellte gestorben ist, sagte Bahr. Und sein Co-Autor Höppner ergänzte, dass auch das eine Art von Gefangenschaft sei, aus der man sich befreien müsse. In diesem Sinne plädierten die Autoren für eine selbstbewusste SPD, die die Auseinandersetzung mit der Linken nicht scheuen muss.

vorwärts.de, 25.10.2010

Sie scheinen ein Herz und eine Seele zu sein. Hier ist offenbar zusammengewachsen, was zusammengehört, wie es sich dereinst Willy Brandt wünschte. Egon Bahr und Reinhard Höppner haben gemeinsam ein Buch verfasst...

Neues Deutschland, 08.10.2010

... Interessant ist daher auch, dass Egon Bahr sein kompaktes 100-Seiten-Büchlein nicht allein geschrieben hat. Co-Autor Reinhard Höppner kann zum Thema eine Menge sagen - 1994 führte er als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt die erste von der PDS tolerierte Minderheitsregierung an ("Magdeburger Modell"). Ein Tabubruch...

Die Welt, 25.10.2010

... Andererseits ist eine Sache nicht schon deshalb ausgestanden, weil sich die Presse nur noch mäßig dafür interessiert. Im Gegenteil, eigentlich wird es ja jetzt, wo man etwas unaufgeregter über Politik reden kann, erst interessant...

der Freitag, 26.10.2010