Mehr Demokratie zu wagen und vielen die Teilhabe an materiellen und ideellen Fortschritten zu erschließen, kann als Motto „linker“, progressiver Politik im Unterschied zu „rechten“, konservativen Tendenzen gelten. In diesem Spannungsfeld hat die deutsche Sozialdemokratie ihren Aufstieg zugleich als Freiheits- und Emanzipationsbewegung des „arbeitenden Volkes in Stadt und Land“ erlebt.
Peter Brandt und Detlef Lehnert legen eine Geschichte der sozialdemokratischen „Familie“ von den Anfängen bis zur Gegenwart vor. Sie gliedern ihren Überblick in Zeitabschnitte von jeweils 30 Jahren und zeigen, wie generationsspezifische Lernerfahrungen in folgenden Epochen nachwirken:
1. Zwischen Utopien und Revolutionen (1830–1860)
2. Von den Agitationsvereinen zur Parteiorganisation (1860–1890)
3. Aufstieg zur Massenbewegung und politische Bewährungsproben (1890–1920)
4. Krisen und Unterdrückung der deutschen Sozialdemokratie (1920–1950)
5. Neuorientierung und Öffnung der SPD (1950–1980)
6. Umbruch oder „Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts“? (1980–2010)
...Sie (Peter Brandt und Detlef Lehnert, Anm.) arbeiten die Geschichte der Sozialdemokratie von der Gründung der allgemeinen Arbeiterverbindung bis zur heutigen SPD auf – und dies gelingt ihnen mit kritischem Blick und der notwendigen wissenschaftlichen Distanz, die Sach- und Werturteil exakt unterscheidet. In diesem detailreichen Überblick werden die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesse verbunden mit der Notwendigkeit, als Partei darauf zu reagieren, beleuchtet... .
Sandra Schaub, Portal für Politikwissenschaft , 31.01.2013Paderborn. Die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) 1863 durch Ferdinand Lasalle gilt als Geburtsstunde der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Am 10. April kommt auf Einladung der Paderborner SPD der Historiker und Sohn Willy Brandts, Prof. Dr. Peter Brandt, nach Paderborn. Er hat mit dem Politologen Detlef Lehnert im Vorwärtsbuchverlag eine Geschichte der SPD veröffentlicht. Thema seines Vortrages war denn auch die Geschichte der ältestesten politischen Partei in Deutschland.
NW-Redakteur Hans-Hermann Igges hatte Gelegenheit, den Historiker schon vorher zu befragen.
Neue Westfälische, Hans-Hermann Igges, 06.04.2013Sendezeit: 07.04.2013 07:38
Autor: Kapern, Peter
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Information und Musik
Länge: 09:11 Minuten
Deutschlandfunk, 07.04.2013„Mehr Demokratie wagen!“, das berühmte Zitat von Willy Brandt aus dem Jahr 1969 ist nun auch Titel eines Buches zur Geschichte der Sozialdemokratie von 1830 bis 2010, das im vorwärts buch Verlag erschienen ist.
In einer munteren Diskussion mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellten die beiden Autoren, der Historiker Peter Willy Brandt und der Politologe Detlef Lehnert, ihr gemeinsames Werk im Rahmen der Leipziger Buchmesse einem breiteren Publik vor.
vorwärts, Karin Nink, 18.03.2013...Zum Jubiläumsjahr der Partei, deren erster Vorläufer der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAF) vor 150 Jahren gegründet wurde, lud Bienert (SPD-Kreisvorsitzender, Paderborn, Anm.) den Historiker Prof. Dr. Peter Brandt ein. Der hat gerade mit dem Soziologen Detlef Lehnert eine kompakte Parteigeschichte vorgelegt, die bereits als Standardwerk gehandelt wird.
An die 100 Zuhörerinnen und Zuhörer, meist Genossen, interessierten sich am Mittwochabend im Westfalenkollegfür die weiten Bögen, die Brandt zu schlagen wusste. Ganz nach des Historikers eigenem Anspruch: "Ich will wissen, wie die Dinge so geworden sind, wie sie sind....
Neue Westfälische, Hans-Hermann Igges, 12.04.2013
Ferdinand Lasalle ist die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) im Jahr 1863 zu verdanken. 150 Jahre ist das mittlerweile her. Wie ist es heute um die Sozialdemokratie bestellt? Zu diesem Thema diskutieren im MDR FIGARO-Café mit Moderator Thomas Bille der Historiker Prof. Peter Brandt, der SPD-Politiker Markus Meckel und der Politikwissenschaftler Prof. Detlef Lehnert.
MDR FIGARO-Café, Sendung vom 12.05.2013, 12.05.2013
Gestern Abend fand in Mainz der Festakt (mit Sigmar Gabriel) zum 150jährigen Bestehen der SPD statt: Am 20. Mai 1863 hatte Ferdinand Lasalle im Frankfurter Hof (Mainz) über die Notwendigkeit einer Arbeiterpartei gesprochen. Wie riskant war dieses Projekt? Prof. Peter Brandt, Historiker an der FernUniversität Hagen (Sohn von Willy Brandt), meinte im "Morgenecho", dass die SPD, obwohl - oder gerade weil - sie in 150 Jahren "nur" 30 Jahre regiert hat, als fundamentale Opposition auf allen Ebenen wirken konnte. Die Sozialdemokratie sei heute vor dem Hintergrund des privaten Kapitalismus unter der Dominanz der Finanzmärkte und der europäischen Krise vor allem bei "härteren gesellschaftspolitischen Fragen" nötig.
WDR 5, Morgenecho, Moderation Thomas Schaaf, 21.05.2013
Lesenswert ist das Buch, weil die Autoren offen mit den kritischen Punkten und heiklen Phasen der SPD-Geschichte umgehen und kein geschöntes Geschichtsbild zeichnen - 1916, 1918/19, 1933.
Deutschlandradio Kultur, Winfried Sträter, 23.05.2013